ENSEMBLES 2019

Jugendsymphonieorchester Tulln

Jugendsymphonieorchester Tulln

 

Wir sind das Jugendsymphonieorchester Tulln, ein Haufen wilder, begabter, schwer zu beherrschender, aber dafür umso energischer musizierender Jugendlicher aus Tulln und den Trabantenstädten rundum (Heiligeneich, Wien, Wolkersdorf …). Wir spielen Musik von Barock bis heute, Auftragskompositionen, die schönsten und besten Werke der großen Meister, mit und ohne Vibrato, auf modernen oder authentischen Instrumenten, in Sälen, Kirchen und auf Tourneen – und immer mit vollem Einsatz. Wie es dazu kam? Angefangen hat alles 2014. Das ist eigentlich gar nicht so lange her. Aber damals begann das JSO sich zu öffnen, und zwar nach allen Seiten: es wurde überregional, setzte auf hohe Qualität der Musikstücke, deren Interpretation, auf intensive Proben und eine nach und nach tief verankerte soziale Basis. Das JSO entwickelte sich so von einem Musikschulangebot zu einem Orchester »von uns und für uns«. Dieser fortan von wachsendem jugendlichem Ehrgeiz, Größenwahn und Leichtsinn, aber auch von unserer großen Liebe zur Musik und von unserer freundschaftlichen Verbundenheit untereinander getragene Schwung brachte uns gleich einmal in den Musikverein und in die Staatsoper, um dort aufzutreten. Wow! Klar, alles war noch klein und wackelig, aber abgesehen davon, dass Tom Cruise zeitgleich in der Oper war, um dort Mission Impossible zu drehen und all unsere Mädchen völlig aus dem Häuschen gerieten, war der Auftritt eine Initialzündung: Wir sind das JSO Tulln. Die Kunst ist zurück. Da geht was. Es folgten eine Italientournee, eine Konzertreise nach Danzig, eine Tournee an die Cote d´Azur, regelmäßige Neujahrskonzerte, eine Handvoll Aufnahmen, eine Sendung über uns im Radio Ö1, eine Reise nach Island, auf der wir von einem ganz tollen Filmteam begleitet wurden, das eine Doku über uns gedreht hat, sowie jetzt gerade eine Reise nach Krakau. Sogar Kompositionsaufträge haben wir vergeben. Wahnsinn eigentlich, wenn man so zurückdenkt … Angefangen haben wir zu fünfzehnt, jetzt sind wir siebzig MusikerInnen. Angefangen haben wir mit dem Valse triste von Sibelius, und jetzt wünschen wir uns Symphonien von Beethoven, Schostakowitsch oder Bruckner von unserem Dirigenten. Und wissen Sie was? Auch die kriegen wir hin! :-) Stay in touch!

 

 

 

Hans-Peter Manser

Hans-Peter Manser

Conductor

Eigentlich wollte ich ja Keyboarder in einer Rockband werden – die Elektronik, die Knöpfe, die Klänge, das Leben, perfekter Plan! Allerdings erlitt mein Ansinnen einen entscheidenden Dämpfer, als mich der damalige Musikschuldirektor auf meine Musikalität abklopfte, woraufhin er meinte, ich sei viel zu musikalisch für so eine Rockerkarriere, ich solle doch Horn lernen. Horn! Echt jetzt? Kiefersperre. Aber was will man machen als Minderjähriger … Also begann ich auf einem patinagrünen, zerbeulten Etwas aus dem Archiv der Blaskapelle herumzuüben. Welch Niederlage!  Das Instrumentarium erfuhr zum Glück bald ein Update – und nicht nur das! Sobald ich am Horn halbwegs zielsicher in die Höhe und in die Tiefe kam, wurde ich Mitglied des damals legendären Jugendsymphonieorchesters Dornbirn. Und das war besser als jede Rockband! Eines wurde mir jedoch recht bald bewusst: Es ist viel interessanter, da vorne zu dirigieren als hinten zu sitzen, Takte zu zählen und zu hoffen, die Töne zu erwischen, die in den Noten stehen. Ich musste Dirigent werden. Also ab nach Wien.  Das hieß: Horn und Dirigieren studieren, dazu Philosophie und Theologie. Obwohl ich danach so ziemlich alles dirigiert habe, was ich ergattern konnte – Kur-, Amateur- und Profiorchester –, ich wusste, was ich nicht wollte: Routine, unterprobtes Zeug. Da ich mit dieser Meinung nicht alleine war, gründeten Freunde von mir und ich das Kammerorchester »Feuerhaus« und begannen das zu tun, was »Klassiker« normalerweise niemals tun können: Wir spielten mit Jazzmusikern, komponierten unsere eigenen Werke, konzertierten in Discos, in Jazzclubs und auf Festivals. Leider gingen wir nach ein paar Jahren pleite. Trotz unserer Latexkleidung. Wir waren zu früh dran mit dem extravaganten Konzept. Und Management–Pflaumen.  Wie ich Jahre später das Angebot erhielt, das JSO Tulln zu übernehmen, war für mich sonnenklar, was das werden muss: ein Orchester von Jugendlichen für Jugendliche! Kein Nebenfach an einer Musikschule, sondern das Ziel des Musizierens überhaupt! Ein Orchester, das zu einer Tätowierung für jeden wird, der sich darauf einlässt. Ein Orchester, das nichts anbrennen lässt, ein musikalisches, soziales, intellektuelles und emotionales Zentrum. Ich arbeite daran.

 

tulln logo

 

 

Competition Program

 

Franz Joseph Haydn (1723 - 1809)   Symphony No.104 in D major  IV. Finale: Spiritoso
Gerhard E. Winkler (*1959)   Pussy-R-Polka
Johann Strauss (1825 - 1899)   1001 Nacht, Walzer

 

 

Additional Concerts Program

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)   Deutsche Tänze, KV 571
Olga Neuwirth (*1968)   Hommage á Klaus Nomi
Gerhard E. Winkler (*1959)   Pussy-R-Polka